In Confluence Cloud ja: Atlassian verschlüsselt Ihre Inhalte in jedem Plan, bei der Übertragung mit TLS 1.2 oder höher und im Speicher mit AES-256. Confluence Data Center verschlüsselt Inhalte nicht selbst, das ist Aufgabe des Betreibers. Vor Administratoren schützt beides nicht. Dafür brauchen Sie Berechtigungen und für einzelne sensible Inhalte eine App.
Wer vertrauliche Inhalte in Confluence ablegt, stellt meist zwei Fragen: Ist das verschlüsselt, und wer kann es trotzdem lesen? Wir beantworten beide für Cloud und Data Center.
Confluence Cloud verschlüsselt in jedem Plan
Laut Atlassian Trust Center sind alle Kundendaten der Cloud-Produkte auf dem Weg über öffentliche Netze mit TLS 1.2 oder höher verschlüsselt. Die Datenträger mit Inhalten und Anhängen von Confluence Cloud sind vollständig mit AES-256 verschlüsselt, ebenso die Datenbank-Snapshots für Backups. Die Schlüssel verwaltet Atlassian über den Key Management Service des Cloud-Anbieters.
Eine Bindung an einen Plan nennt Atlassian dafür nicht. Free und Standard sind genauso verschlüsselt wie Premium und Enterprise.
Eigene Schlüssel: CMK löst BYOK ab
Für Bring Your Own Key (BYOK) nimmt Atlassian keine neuen Anmeldungen mehr an. Bestehende BYOK-Kunden sollen später auf den Nachfolger wechseln, einen Termin nennt Atlassian nicht. Der Nachfolger heißt Customer-managed keys (CMK).
CMK gibt es als Add-on zum Cloud-Enterprise-Plan. Die Schlüssel liegen im AWS Key Management Service Ihres eigenen AWS-Kontos. Derzeit lässt sich CMK nur für neue Cloud-Sites aktivieren. Für bestehende Sites nennt Atlassian Ende 2026 als Ziel.
In Confluence deckt CMK unter anderem Seiteninhalte, Blogbeiträge, Kommentare, Anhänge, Whiteboards, Datenbanken, Suchdaten und KI-Zusammenfassungen ab. Auch die Einstellungen zu Berechtigungen und Seitenbeschränkungen gehören dazu. Nicht erfasst sind etwa die Metadaten von Anhängen und die URLs von Seiten. Diese Daten verschlüsselt Atlassian weiter mit eigenen Schlüsseln. Daten, die Marketplace-Apps außerhalb von Atlassian speichern, fallen nicht unter CMK.
Confluence Data Center: Verschlüsselung liegt beim Betreiber
Confluence Data Center speichert Seiteninhalte in der Datenbank und Anhänge im Dateisystem, ohne sie selbst zu verschlüsseln. Den Vorschlag einer Datenbankverschlüsselung führt Atlassian seit 2010 mit dem Status „Not Being Considered“. Der Vorschlag zur Verschlüsselung von Anhängen ist seit 2016 offen.
Was verschlüsselt ist, entscheidet Ihr Betrieb:
- Übertragung: HTTPS richten Sie in Tomcat oder in einem vorgeschalteten Reverse Proxy ein. Bei dieser Konfiguration hilft der Atlassian Support nicht.
- Datenbankverbindung: Die Verschlüsselung steuern Sie über den JDBC-Treiber. Der Treiber für Microsoft SQL Server verschlüsselt ab Version 10.2 standardmäßig.
- Speicherung: Datenbank, Dateisystem und Backups verschlüsseln Sie mit den Mitteln der Datenbank, des Betriebssystems oder des Speichersystems.
- Zugangsdaten: Das Datenbankpasswort in der Datei
confluence.cfg.xmllässt sich verschlüsselt ablegen. Ab Version 9.1 empfiehlt Atlassian dafür Secured secrets.
Verschlüsselte Datenträger schützen vor gestohlener Hardware, nicht vor Personen mit Zugriff auf das laufende System. Wer Datenbank oder Server administriert, kann Inhalte im Klartext lesen. In Confluence selbst sehen Mitglieder der Gruppe confluence-administrators alle Seiten, auch solche mit Leseeinschränkung. System-Administratoren können sich selbst in diese Gruppe aufnehmen.
Für Data Center gilt zudem eine Frist. Nach dem 2028-03-30 können Bestandskunden keine neuen Abonnements oder Erweiterungen mehr kaufen. Am 2029-03-28 erreicht Confluence Data Center das Ende der Laufzeit. Danach sind Instanzen nur noch lesbar, der Support endet. Das gilt auch für Marketplace-Apps für Data Center.
Cloud und Data Center im Vergleich
| Thema | Confluence Cloud | Confluence Data Center |
|---|---|---|
| Übertragung | TLS 1.2 oder höher, durch Atlassian | HTTPS, vom Betreiber eingerichtet |
| Speicherung | AES-256 auf den Datenträgern mit Kundendaten, in jedem Plan | keine eigene Verschlüsselung, Betreiber verschlüsselt Datenbank und Datenträger |
| Schlüssel | Atlassian; eigene Schlüssel per CMK als Add-on zu Enterprise | Betreiber |
| Zugriff durch Administratoren | Admin key (Premium, Enterprise) und Anmelden als anderer Nutzer, Betroffene erhalten eine E-Mail | Gruppe confluence-administrators sieht alle Seiten, Datenbank- und Serveradmins lesen Klartext |
| Inhalte per App verschlüsseln | Security & Encryption for Confluence | Security & Encryption for Confluence, Secure Content |
| Verfügbarkeit | laufend | bis 2029-03-28 |
Verschlüsselte URLs, lesbare Logdateien
Oft heißt es, REST-Aufrufe über die URL seien unverschlüsselt. Das stimmt nicht: HTTPS verschlüsselt die gesamte Anfrage, also auch Pfad und Query-Parameter. Klartext entsteht an den Endpunkten. Webserver und Reverse Proxy schreiben die vollständige URL in ihre Logdateien. Browser speichern sie im Verlauf, und der Referer-Header kann sie an andere Seiten weitergeben.
Eine CQL-Suche per URL steht damit samt Suchbegriff im Log. In Data Center liegen diese Logs auf Ihren Servern, lesbar für alle mit Zugriff auf diese Server. Passwörter, Tokens und vertrauliche Suchbegriffe gehören deshalb nicht in URLs. Zugangsdaten übergeben Sie im Authorization-Header, in Data Center etwa als Personal Access Token.
Einzelne Inhalte zusätzlich verschlüsseln
Für Passwörter, Zugangsdaten oder einzelne vertrauliche Absätze gibt es Apps, die Inhalte innerhalb einer Seite verschlüsseln. Zwei davon stammen von Appfire:
- Security & Encryption for Confluence (Cloud und Data Center): Ein Makro verschlüsselt Inhalte im Browser, laut Appfire mit PGP und AES-256. Sie legen fest, welche Nutzer und Gruppen entschlüsseln dürfen. In der Cloud-Version liegen die Schlüssel verschlüsselt in einer Datenbank von Appfire, außerhalb von Confluence.
- Secure Content for Confluence (nur Data Center): Die App verschlüsselt Inhaltsblöcke direkt in der Seite. Lese-, Bearbeitungs- und Verwaltungsrechte vergeben Sie je Person oder Gruppe, Zugriffe stehen im Audit-Log.
Auch diese Apps schützen nicht vollständig vor Administratoren. Laut Appfire können sich Administratoren in Confluence Cloud als anderer Nutzer anmelden und so dessen Geheimnisse sehen. Bei Secure Content kann ein Confluence-Administrator die Eigentümerschaft von Inhalten übertragen.
Nicht verwechseln sollten Sie solche Apps mit Visibility for Confluence, ebenfalls von Appfire. Deren Makros blenden Abschnitte je nach Betrachter ein oder aus. Appfire weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine Sicherheitsmakros sind. Prüfen Sie bei jeder App, wo sie Daten und Schlüssel speichert. Externe Speicherorte gehören in Ihre Anbieterbewertung.
Was Verschlüsselung nicht ersetzt
Verschlüsselung schützt Daten auf dem Transportweg und auf dem Datenträger. Wer in Confluence Leserechte hat, sieht Inhalte trotzdem im Klartext. Der wichtigste Schutz bleiben deshalb Bereichsberechtigungen und Seitenbeschränkungen.
Auch in der Cloud haben Administratoren Wege zu eingeschränkten Inhalten. Mit dem Admin key öffnen Organisationsadministratoren in Premium und Enterprise eingeschränkte Seiten. Atlassian protokolliert das und informiert den Eigentümer per E-Mail. Organisationsadministratoren können sich außerdem als anderer Nutzer anmelden. Der Nutzer erhält dann eine E-Mail.
Für Regeln über Berechtigungen hinaus bietet Atlassian Guard Datensicherheitsrichtlinien. Ab Guard Standard sperren Sie damit je Bereich etwa Exporte, Anhang-Downloads, öffentliche Links oder den Zugriff über den Atlassian MCP Server. Die Datenklassifizierung setzt Guard Premium voraus. Eine Klassifizierungsstufe ist zunächst nur ein Label. Schutz entsteht erst in Verbindung mit einer Richtlinie.
Confluence sicher administrieren
Berechtigungen, externe Zugriffe und Apps in Confluence Cloud üben Sie in unserer Schulung Confluence für Administratoren. Alle Formate finden Sie in der Übersicht der Confluence Schulungen.
Stand: 2026-10-19. Funktionsumfang und Planvoraussetzungen ändern sich. Maßgeblich sind die verlinkten Seiten von Atlassian und Appfire.
Quellen
- Security practices, Atlassian Trust Center
- What is BYOK encryption?, Atlassian Support
- Customer-managed keys, Atlassian
- Data managed with encryption, Atlassian Support
- Restore access to your CMK encryption keys, Atlassian Support
- Data Center end of life, Atlassian
- CONFSERVER-20449: Database encryption, Atlassian Jira
- CONFSERVER-44244: File Encryption for Confluence Attachments, Atlassian Jira
- Running Confluence Over SSL or HTTPS, Confluence Data Center Dokumentation
- Upgraded Confluence Data Center with Microsoft SQL Server fails to start due to PKIX path building failed error, Atlassian Knowledge Base
- AES encryption, Confluence Data Center Dokumentation
- Global Permissions Overview, Confluence Data Center Dokumentation
- Using Personal Access Tokens, Atlassian Dokumentation
- Information exposure through query strings in URL, OWASP
- Bypass page restrictions with admin key, Atlassian Support
- Log in as another user, Atlassian Support
- What is a data security policy?, Atlassian Support
- What is data classification?, Atlassian Support
- Security & Encryption for Confluence, Atlassian Marketplace
- Can you further explain the encryption process and where encryption keys are stored?, Appfire Help Center
- Secure Content for Confluence, Atlassian Marketplace
- Secure Content for Confluence, Appfire Dokumentation
- Visibility for Confluence, Atlassian Marketplace

